Im Jahre 1986 gaben Andre Olbrich (lead guitar), Hansi Kürsch (vocals & bass), Thomas Stauch (drums) und Markus Dörk (rhythm guitar) als "Lucifer's Heritage" ihr erstes Demo mit dem Titel "Symphonies Of Doom" heraus, welches ihnen jedoch nicht den erhofften Plattenvertrag bescheerte. Dies sollte erst mit dem zweiten Demo "Battalions Of Fear" 1987 nach einem Line-Up Wechsel gelingen. Für Thomas Stauch schlug nun Hans-Peter Frey die Felle und Christoph Theissen übernahm die Rhythmusgitarre.

Ein Plattenvertrag bei "No Remorse Records" führte nun zu dem ersten offiziellen Studioalbum von 1988 mit dem bis 2005 festen Line-Up, bei dem neben Andre und Hansi nun wieder Thomas "Thomen" Stauch trommelt und Marcus "Magnus" Siepen die Rhythmusgitarre schlägt. Wie das zweite Demo hieß es "Battalions Of Fear" und präsentierte neben neuen Songs auch die alten Demotitel, inklusive dem Song "Wizard's Crown", welcher noch auf dem ersten Demo unter dem Titel "Halloween" zu finden ist. Von Anfang an spezialisieren sich Blind Guardian auf Fantasy und Science-Fiction Themen, besonders Erzählungen von John Ronald Reuel Tolkien.

Nur ein Jahr später erschien dann das zweite Release mit dem Titel "Follow The Blind" , bei dem auch Freund Kai Hansen - wie auch beim folgenden Album - einen kleinen Beitrag leistete. Langsam aber sicher spielten sich die Band in die Herzen ihrer Fans und auf den Speed-Metal-Olymp.

Das dritte Album "Tales From The Twilight World" bescheerte uns 1991 nicht nur einen Meilenstein in der deutschen Speed-Metal Geschichte, sondern Blind Guardian auch den internationalen Durchbruch. Während bei den vorherigen Releases sich noch "van Waay Design" für das Artwork verantwortlich zeigte, sorgte ein neues Label auch für einen neuen Zeichner. Nachdem No Remorse Records das zeitliche segneten, wechselten unsere vier Helden zu dem Label-Riesen "Virgin" und das neue Cover stammte aus der Feder von Andreas Marshall, dem Cover-Veteranen deutscher Metal-Bands (u.a. Running Wild, Grave Digger, Kreator, Sodom). Dies trug auch maßgeblich zu der einzigartigen Blind Guardian-Athmosphäre bei.

Aber auch das vierte Album "Somewhere Far Beyond" von 1992 öffnete ein neues Kapitel in der BG-Chronik,bildet aber auch einen Verbindungsschritt in der musikalischen Entwicklung der Band zu den neueren Alben. Wie es auch in Deutschland ein riesen Erfolg war, sorgte eine ausgedehnte Japan-Tour dafür, daßes im Land der aufgehenden Sonne sogar den Platz 1 der Album-Charts erreichte. Stammproduzent Kalle Trapp sorgte auch bei diesem Stück Stahl wieder für eine solide Produktion mit diesmal sogar 24 Spuren und vielen orchestralen Effekten.

Kurzerhand wurde im folgenden Jahr das Live-Album "Tokyo Tales" veröffentlich, auf dem man mit einer sehr guten Produktion sämtliche derzeitigen Blind Guardian Klassiker Live von der Japan-Tour wiederfindet.

So kam es, daß das 1995'er Release "Imaginations From The Other Side" zwar auf der einen Seite als überproduziert angesehen wurde, andererseits aber eine Weiterentwicklung des Vorgängers war. Tatsächlich fand man nun noch mehr Synthesizer-Effekte, aber dafür fegte die Produktion auch bodenständige Leute aus den Schuhen.Auch war eine zunehmende Komplexität der Kompositionen und Melodien und Hansi holte alles aus seiner Stimme.Zu diesem Album gab es nun auch die erste Blind Guardian-Single zu dem Titel "A Past And Future Secret".

Von Speed-Metal-Fans verschäht, stellte ein Jahr später das Cover-Album "The Forgotten Tales" einmal mehr das musikalische Können der vier Krefelder unter Beweis. Neben Cover-Versionen einiger Band-Favouriten wiez.B. Uriah Heep, Mike Oldfield oder Beach Boys, spielten die Guardians auch Akkustik und Klassik-Versioneneiniger Songs wie "Mordred's Song" oder "Lord Of The Rings" ein. Auch hierzu gab es ebenfalls 1996 eine Singlein Form einer EP mit dem Titel "Mr. Sandman".

Nach diversen Touren wurde es dann jedoch ruhig um Blind Guardian - bis 1998 zum Release der neuen Single "Mirror, Mirror" von neuen Konzeptalbum über das "Silmarillion" von Liebeingsautor J.R.R. Tolkien. Dieses erschien dann auch etwas späterund trug den Titel "Nightfall In Middle-Earth" . Es war die bisher aufwendigste Produktion, bei welcherdiesmal Charlie Bauernfeind die Vorproduktion und kein geringerer als Flemming Rassmussen den Endmix übernahm,welcher auch für Mega-Acts wie Metallica die Scheiben abmischte. Diemal sollten sogar 128 Spuren herhalten, für die zahlreichenorchestralen und Gesangs-Effekten, wobei jedoch auch hier nicht auf ein Orchester, sondern aufden geliebten (und gehaßten) Synthesizer zurückgegriffen wurde. Da sich Hansi nun vollends aufseine Stimme konzentrieren wollte, legte er nun den Bass für immer ab und Oliver Holzwarth übernahmdiesen Part sowohl bei der Produktion als auch bei Live-Auftritten.

Leider wurde die angekündigte EP "Harvest Of Sorrow" mit weiteren Material der "Nighfall"-Session gestrichen. Diese Titel, welche die Geschichte der Noldor-Elben aus dem "Silmarillion" zu Ende erzählen sollen, würden aber erst auf dem nächsten regulären Blind Guardian-Album mit dem Arbeitstitel "XII" erscheinen. Desweiteren arbeitete Hansi mit seinem Freund Jon Schafer von "Iced Earth" an einen Nebenprojekt mitdem Namen "Demons And Wizards", welches seit Januar 2000 erhältlich ist und Jon's Riffs und Hansi's Stimme gekonnt miteinander vereint.

Drei Jahre nach dem letzten offizielen Studio-Album hat das Warten endlich wieder ein Ende genommen. Mit "And then there was silence" veröffentlicht die Band einen Vorgeschmack auf das kommende Album. Die Single enthält den langerwarteten Akustik-Song "Harvest of sorrow", welchen es nicht auf dem Album geben wird, und den 14-minütige (!!!) Titelsong. Wieder komplexer und ausgefeilter eine Aneinanderreihung genialer Melodien, für dessen Sound wieder Charlie Bauernfeind verantwortlich ist. Das siebte Blind Guardian Album "A night at the opera" kam nun schließlich 2002 auf den Markt, verbunden mit einer ausgedehnten Welt-Tournee, inklusive einem hammergeilen Auftritt beim Wacken Open Air! Anders als beim letzten Konzeptalbum, werden hier wieder härtere Töne angestimmt, verbunden mit dem Markenzeichen bombige Produktion und reichlich Effekten, wofür natürlich wieder 128 Tonspuren herhalten mussten. Nur dieses Mal saß wieder Charly Bauernfeind hinter den Reglern, der auch für die letzen beiden Singles verantwortlich war.

Nach fast einundhalb Jahren Tour gab es nun endlich das zweite, längst überfällige Live Album quasi in Form einer "Best of". Auf der Doppel-CD fanden fast alle Klassiker Platz, doch sie sollte nur ein Vorgeschmack auf die erste Live-DVD "Imaginations through the looking glass" sein! Im Jahre 2003 war es dann soweit: Blind Guardian nutzten ihr eigens organisiertes Open Air in Coburg für eine perfekt abgestimmte Show, wofür bei der letzten Tour reichlich geübt werden konnte. Und so wundert es nicht, dass die Doppel-DVD von der Bild- und Tonqualität her Maßstäbe setzt!

Im Frühjahr 2005 wechselte die Band dann überraschend von Virgin zu Nuclear Blast und fast zeitgleich trennten sich dann aber leider die Wege von Thomen und Blind Guardian. Nach gut 20 Jahren geht Thomen musikalisch nun seinen eigenen Weg und man hat sich in Freundschaft getrennt. Seine neue Band "Savage Circus" schlägt wieder härtere Klänge an und sein legitimer Nachfolger bei Blind Guardian ist Frederik Ehmke. Einen ersten Vorgeschmack seiner Künste gab es dann im Frühjahr 2006 mit der Single "Fly", auf welcher die Band ihren Stil erneut konsequent weiterentwickelt und reifere Töne anschlägt.

Im gleichen Jahr wurde schließlich "A Twist in the Myth" veröffentlicht. Sowohl beim Artwork, für das sich nun Anthony Clarkson verantwortlich zeigt, als auch bei der Produktion, bewegt sich die Band wieder in gewohntere Gefilde. So kommen auf der einen Seite Marcus' Rhythmusgitarre und Hansi's Stimme wieder mehr zur Geltung, auf der anderen Seite unterscheidet sich das aktuelle Album erneut stilistisch von allen Vorgängern. Im Jahre 2007 folgte die zweite Single-Auskopplung "Another stranger me".

Im Juni 2010 wird die erste Single des kommenden Albums veröffentlicht. Neben dem Titelsong "A Voice In The Dark" befindet sich auch eine neue Cover-Version auf der Single. Diesmal wagen sich die Krefelder an "You're the voice" von John Farnham. Das neunte offizielle Studioalbum folgt dann Ende Juli und ist mit "At The Edge Of Time" betitelt. Es enthält zehn Tracks mit einer Gesamtspielzeit über 60 Minuten. Sowohl beim Eröffnungsstück "Sacred Worlds" als auch im Finale "Wheel Of Time" ist das Prager Symphonie-Orchester zu hören, welches für das nun folgende Orchesterprojekt quasi schon gebucht ist. Während "Sacred Worlds", welches bereits für das Fantasy-Rollenspiel "Sacred 2" komponiert wurde, um ein geniales Orchester-Intro und Outro erweitert wurde, bietet "Wheel Of Time" eine äußerst gelungene Symbiose auch Heavy Metal und Orchester. Inhaltlich basiert das Stück auf den gleichnamigen Fantasy-Romanzyklus von Robert Jordan.

Im Anschluss gehen die Kreefelder auf die fast zweijährige "Sacred Worlds and Songs Dinvine" Tour rund um den Globus.

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